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Leserbriefe
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Jahrzehntelang schien in Deutschland die Forderung nach Kindergarten- plätzen für 3-jährige aus finanziellen Gründen unerfüllbar. Nun hat europaweit ein gesellschaftliches Umdenken stattgefunden, das den Kindergartenplatz sogar für alle Erwachsenen möglich macht. Auf nicht ganz freiwilliger Basis – immerhin sind noch ca. 30% der Bevölkerung nicht mit dieser Initiative von Mutter Europa einverstanden – hat Vater Staat nun seine Kinder an die Hand genommen und will sie auf dem sicheren Pfade der Gesundheit ins hohe Alter führen. In allen öffentlichen Gebäuden vor dem Qualm geschützt, ist nun dem kleinen Mann auch sein Feierabendbier mit Zigarette in der Eckkneipe verboten. Dass in der gehobenen Gastronomie mit größeren Flächen dem Havanna-Raucher weiterhin Räumlichkeiten für Bier und Zigarre zur Verfügung gestellt werden können, ist selbstverständlich. Dass Vereine in Festzelten weiterhin die Möglichkeit bieten können, Bier mit Rauch zu genießen - in Anwesenheit ganzer Familien mit Kleinkindern -, ist womöglich der Gesundheit auch nicht zuträglich, aber welcher Politiker legt sich schon gern mit einer gut organisierten Lobby an?
Bei Gefahren für die körperliche Unversehrtheit, wenn man des nächtens alleine durch die Kleinstadt geht, klappt es mit der staatlichen Fürsorge schon lange nicht mehr: “Personalmangel“. Wenn es aber darum geht, den mündigen Staatsbürger vor sich selbst zu schützen, scheuen unsere Politiker weder Energie noch Geld. Unter den Augen des gerade beschlossenen „Antidiskriminierungsgesetzes“ wird ein Drittel der mündigen Europäer in einem Maße diskriminiert und gedemütigt, wie es in der jungen Geschichte Europas und der etwas älteren Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ohne Beispiel ist. Trotz Personalmangels bei der Polizei wird gegenüber den kleinen Übeltätern unserer Gesellschaft, wie Gurtmuffeln oder Falschparkern ein Engagement gezeigt, das in keinem Verhältnis steht zu dem Einsatz bei Übergriffen durch Dritte. Hilferufe Steuer zahlender Bürger bei Attacken durch „Randgruppen“ bleiben unerhört: „Personalmangel!“ Im Moment sieht die Obrigkeit von Kontrollen der Einhaltung des Rauchverbotes noch ab, aber der drohende Eifer gegen „Ersttäter“ und „Wiederholungstäter“ und den „unterstützenden Sympathisanten“ spaltet inzwischen schon das Lager der Kneiper und Gäste mit eigentlich denselben Interessen, und der Staat baut auf die Mitwirkung von Denunzianten bei der Umsetzung dieser zur Gesetz gewordenen Unverschämtheit.
Sind sich wirklich 70% der europäischen Bevölkerung inzwischen einig in dem Glauben: “Man kann dem Volk doch nicht die Verantwortung für die eigene Gesundheit überlassen.“ Dann würde ich lieber weiterhin einmal jährlich während einer Urlaubsreise an der Grenze zum Nachbarland meinen Ausweis zeigen und mein Geld umtauschen, als damit zu beginnen, quer durch meine Kneipe eine neue Mauer zwischen Raucher und tolerante Nichtraucher zu errichten.
Weitere Maßnamen der europäischen Erziehungsdiktatur zeichnen sich ab:
0,0 % Grenze für alle scheint denkbar, Trinken in der Öffentlichkeit soll verboten werden.
Dann kommen die Dicken dran. Sport belastet durch zahlreiche Verletzungen auch das Budget der Krankenkassen. Vielleicht sollte er nur noch unter strenger Aufsicht als morgendliche Gymnastik im Betrieb erlaubt oder zwangsweise ausgeübt werden.
Kindergartenerziehung für alle!
P.S.: Das Rauchverbot in Kneipen hat die Beschwerden wegen Nachtruhestörung der Anlieger erwartungsgemäß verschärft. Die Kneiper der Balinger Südstadt („Bermuda Dreieck“) sollen nun für den Schutz der Anlieger vor Ruhestörung und Vandalismus für eine von der Stadt bestellte „Security“ zu Kasse gebeten werden, weil es den Stadträten angeblich nicht klarzumachen sei, dass solche Ausgaben aus der von uns entrichteten Gewerbesteuer bezahlt werden können. Für den Fall der Verweigerung („Wir sitzen im gleichen Boot“) droht das Ordnungsamt mit der Keule: „Sperrzeitverlängerung“. Das heißt, wir sollen die Kneipen früher abschließen müssen.
Das Rauchverbot legt den kleinen Kneipern die Schlinge der Existenzvernichtung um den Hals – die seelenlose Bürokratie zieht sie mit einer Zuverlässigkeit zu, wie man es nur von der deutschen Perfektion kennt!
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Zum Abschluß der Jubiläumskonzerte "30 Jahre Bären" gab es am letzten Samstag ein "musikalisches Schmankerl", wie es sie nur selten geben kann. "FinnMcCool" spielte in der Originalbesetzung der späten 70er Jahre ihre einzigartige Mischung aus Coverstücken und Eigenkompositionen aus eben dieser Zeit.
Die meisten Lieder aus eigener Feder konnten ohne jede zusätzliche Ironie vorgetragen werden, denn von ihrer Aktualiät und ihrem Witz haben sie bis heute nichts verloren. Das gleiche läßt sich von den irischen Klassikern, den Blues- und Countryeinlagen sagen. Besonders eindrucksvoll die Virtuosität Tschimpels auf Saiten-oder Blasinstrumenten und der perfekte mehrstimmige Gesang der Alten Barden, deren Bühnenpräsenz mit Sicherheit - wie bei einem guten alten Wein - eher noch besser geworden ist.
Der Vortrag klang mitsamt Tschimpels witzigen Ansagen, als hätte die Band keinen Tag ausgesetzt. Der "Bären" war voll bis zum letzten Stehplatz vor der Kneipe, der Alterschnitt entsprach etwa dem damaligen plus ca 30, aber auch jüngere Zuhörer ließen sich von der Stimmung der Alten mitreißen.
Die Band verkaufte einen Teil ihrer Songs auf CD zugunsten eines Aidswaisen - Projekts in Afrika, weitere sind im Bären erhältlich. Die "Back from the Sofa-Tour", die ihre Fortsetzung auf jeden Fall in einem Wiederholungskonzert im September finden wird, wurde nach dem Auftritt durch ein widerwärtiges Ereignis geschändet. Während dem Einladen der Instrumente und der Abreise der Band wurden aus einem Fahrzeug mehrere wertvolle Instrumente entwendet (Dudelsäcke, Mandoline, Laute, Snaredrums und ein Satz Mikrofone mit Kabeln). Einige der Stücke haben einen so hohen ideelen Wert für die Musiker, daß sie nur schwer zu ersetzen sein werden.
Ob sich die Täter wohl durch das Pressefoto von 1978 haben inspirieren lassen? Das Bild zeigt die Band vor einer Schafsherde auf der Alb, vor ihnen ausgebreitet der ganze Instrumentenschatz.
Eine kleine Präsentation mit Fotos von "citypic.de" gibt's übrigens hier
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